Trauerredner Grabredner Bestattungsredner Andreas Petker Warburg Kassel Paderborn Hofgeismar Brakel Höxter Bad Driburg Steinheim Bad Wildungen Bad Zwesten
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Presseartikel

Die Dienste von Trauerrednern werden immer stärker nachgefragt. In der Warburger Region bietet sich Andreas Petker (43) als einziger freier Bestattungsredner an.

 

Warburg. Entspannt sitzt Andreas Petker in seinem Büro auf dem Sofa. Mischlingshündin "Sunny" hat sich zu ihm gesellt und schließt für den Moment die Augen. Petker ist Pastor der Freien evangelischen Gemeinde in Warburg - und freier Trauerredner. Er wird gefragt, wenn eine nicht-kirchliche Bestattung gewünscht wird. "Im Schnitt 20 Trauerfeiern und Beisetzungen pro Jahr", sagt er. Dann legt er auf dem Friedhof Talar und Gebetbuch beiseite und übernimmt als professioneller Geistlicherdie Rolle des Trauerredners. "Denn persönliche und würdevolle Worte am Grab wünschen sich alle", weiß Petker.

 

Persönlich und würdevoll, das sei auch sein Anspruch als Bestattungsredner, betont der 43-jährige Familienvater. Es sei für ihn eine Erfüllung, Menschen in schwierigen Lebenssituation zu begleiten. Denn dazu fühlt er sich berufen. Angehörige, die in ihrer Trauer niemand begleitet, sehen sich im Bestattungsinstitut vor die Frage gestellt, wer die Trauerrede hält. "Der Bestatter schmückt die Trauerhalle, eine Rede gehört dazu", sagt Petker.

 

Sein Büro in der freien evangelischen Gemeinde am Burggraben gegenüber liegen die Gräber des Burgfriedhofs. Ungetaufte, Konfessionslose, aus der Kirche Ausgetretene, überzeugte Atheisten: "Die Anzahl steigt", sagt Petker. Wenn sie sterben, stehe kein Pfarrer an ihrem Grab. Seine Dienste als Trauerredner werden deswegen auch immer häufiger nachgefragt. Der Theologe nimmt sich Zeit, nicht nur, um passende Worte für seine Rede zu finden. "Das Gespräch gehört für die Hinterbliebenen bereits zum Abschiednehmen", sagt er. Fotos werden gezeigt, Erinnerungen aufgefrischt, Lieblingslieder genannt. "Der Verlust eines Menschen ist schlimm." Dagegen strahlt Petker Ruhe und Zuversicht aus.

 

Beerdigungen sind an sich kein geeignetes Werbeinstrument, den Glauben direkt zu transportieren, betont der Pastor. "Angehörige in tiefer Trauer wollen keine Werbeveranstaltung." In seiner Pastorentätigkeit habe er seine Begabung als Bestattungsredner und sein Mitgefühl für Trauernde entdeckt und will seine Dienste nun allen anbieten. "Weil mich mein Glaube dazu dängt in Verantwortung vor Gott und den Menschen", sagt er. Wenn Angehörige bewusst keine kirchliche Trauerfeier wollen, frage er aber schon nach, "ob ich einen Psalm vorlesen darf". Diese Texte gehörten ja zum Kulturerbe der Weltgeschichte. Jahrtausende alte Worte, die Trost spenden können. Petker kennt sie. Doch offen sei er für vieles.

 

Auch über das "Einmal sehen wir uns wieder", ein millionenfach gehörter Hit des Schlagerbarden Andreas Gabalier, oder über Eric Claptons "Tears in Heaven" weis der 43-Jährige Tröstliches zu berichten. Dann spricht er vom tragischen Unfalltod der Tochter des amerikanischen Rockstars, der, um seine Trauer zu verarbeiten, das Lied geschrieben habe. Er möchte am Sarg das Leben, die Liebe und Zuneigung würdigen, sagt er. Keine Rede ist wie die andere. Er möchte erzählen, was im Leben war. "Was werdet ihr an eurem Vater, eurer Mutter vermissen?", fragt er im Gespräch. Viele der nahen Verwandten seien dankbar, bewertet er die Resonanz.

 

In seinem Hauptberuf ist Andreas Petker Pfarrer der Freien evangelischen Gemeinde in Warburg. Zu deren 70 Mitglieder kommen die rund 100 der Gemeinde in Bad Wildungen hinzu, die er seit Kurzem auch betreut. Zum Weihnachtsgottesdienst im Pädagogischen Zentrum hatte der Seelsorger rund 200 Besucher begrüßt. "Wir sind eine offene Gemeinde", betont Petker.

 

In der Trauerhalle oder am Grab zu sprechen, sei Teil seines Studiums an der Freie theologischen Hochschule in Gießen gewesen. Für den Beruf als freier Trauerredner gebe es keine Ausbildung. Petker erzählt von den Geistlichen der beiden großen Kirchen in der Stadt und der Region, die eine Beerdigung gerne an mich weiterleiten, ihn als Redner empfehlen. "Weil sie wissen, dass ich mir die Zeit dafür nehmen kann", schildert er die Situation. "Es ist fatal, wenn ich ablehnen würde, weil der Verstorbene Atheist war", hebt Petker den Finger. "Das mache ich nicht." Auch Menschen aus nicht christlichen Religionen habe er bereits auf dem letzten Weg begleitet.

 

"Ich stelle meine Weltanschauung nicht zur Schau, denn es geht nicht um mich", sagt der Vater zweier Kinder (9 und 12). Er teile als gläubiger Christ auch seine eigenen Zweifel, wenn es dem anderen eine Hilfe sei. Sein Engagement wird geschätzt: Als Referent hat ihn die Warburger Hospizbewegung angefragt. Ende Januar wird er beim Treffen der ehrenamtlichen Mitarbeiter über seelsorgerische Aspekte der Trauer und des würdevollen Abschiednehmens auf dem Friedhof sprechen.

Petkers Angebot als professioneller Trauerredner bescheinigt auch Dechant Gerhard Pieper, Leiter der katholischen Gemeinden in Warburg, positiv. "Ich schätze ihn sehr", sagt Pieper schlicht. Er sei für ihn ein Kollege, "der sich in der Not der Leute allen zur Verfügung stellt".

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© Andreas Petker